Harald Huber
Harald Huber
Wissenschaft
Lehrveranstaltungen
- Theorie und Geschichte der Popularmusik

Biografie
Harald Huber (geb. 1954 in Niederösterreich) ist ein österreichischer Musikwissenschaftler, Komponist und Pianist. Er entwickelte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ab 1980 den „Fachbereich Popularmusik“, der 2002 in das künstlerisch-wissenschaftliche „Institut für Popularmusik“ (ipop) mündete. Dort unterrichtet er als Professor für „Theorie und Geschichte der Popularmusik“ und war bis 2019 Mitglied des Leitungsteams. Harald Huber war von 2006 bis 2024 Präsident des Österreichischen Musikrats und ist nun Vize-Präsident. Er gehörte von 2005-2010 dem Vorstand des Europäischen Musikrats an und ist ständiges Mitglied der ARGE Kulturelle Vielfalt der Österreichischen UNESCO Kommission (Leitung von 2021 bis 2023). Als Wissenschaftler und als Künstler ist er der gesamten Vielfalt der Musik verpflichtet. Er komponierte über 400 Werke und ist als Musiker in den Bereichen Neue Musik, Jazz, World Music, Rock/Pop, Tanz- und Improvisationstheater aktiv.
Forschung: 1998 Dissertation zum Thema „Stilanalyse: Stile der Popularmusik des letzten Viertel des 20. Jahrhunderts“. 2004 Habilitation im Fach „Theorie und Geschichte der Popularmusik“ mit der Habilitationsschrift „Der Song und die Stilfelder der Musik“ (neuer Ansatz um die Vielfalt der Musik des 21. Jahrhunderts mittels vergleichender Stilfelder-Analyse adäquat zu beschreiben). Davon ausgehend Konzeption, Leitung und Durchführung der Studien „Austrian Report on Musical Diversity“ (2012) und „Performing Diversity“ (2017) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (gem. mit Drin Magdalena Fürnkranz). Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Performing Diversity“ wurden 2022 unter dem Titel „Aufführungsrituale der Musik. Zur Konstituierung kultureller Vielfalt am Beispiel Österreich“ veröffentlicht (transcript Verlag, Bielefeld 2021).
- Im Juni 2019 Verleihung der goldenen Verdienstmedaille der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
- Seit 1. 10. 2019 an der mdw pensioniert. Weiterhin Lehraufträge im Bereich Didaktik der zeitgenössischen Musik (bis 2022), im Rahmen des Flüchtlingsprojekts „Zusammenklänge“ (bis 2023) und als Betreuer von Dissertationen.
- 2020 Komposition „Universal Declaration of Human Rights“: Vertonung der 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UN 1948) für Sprecher/in und World Orchestra.
- 2020/21 Premieren der Pop/Rock Band „Donaukrach“ (Album „Live im Café Odyssee“), des „Afro Arabiq Walzer Archestra“ und des Wienerlied Duos „Palm & Stern“.
- 2022 „artist in residence“ von „Musik aktuell – neue musik in nö“. Thema: „Menschenrechte /Musikrechte“, 100 Konzerte und ein gleichnamiges Symposium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).
- 2023 Premiere des Trios „JazzDragons“ und des Impro-Projekts „Open Roads“ (Album „Piano Book 1“ und Live Act “18 Ulysses Fragments” nach dem Roman von James Joyce)
- Initiator des neuen „Österreichischen Jazzpreises“. Preisverleihungen (Galakonzerte) 2024 in Wien (Jazz- und Musikclub „Porgy & Bess“), 2025 in Kärnten (Velden am Wörthersee/Casineum)
Gastspiel des „Afro Arabiq Walzer Archestra“ beim Festival de Dougga in Tunesien (2025)
Kunst – Pianist und Komponist
Bands/Ensembles
- Akkordarbeiter (Politrock, 1974-1981)
- Ixophon (Jazz & Minimal Art, 1981-1989)
- MEZ (World Dance Jazz, 1990-1998)
- Jazz & Jungle (Drum&Bass + Live Impro, 1994-1998)
- BLOX (Impro Dance Game Music, 1999-2004)
- Rabiat Zeiserln (Wienerlied & EDM, 2002-2003)
- Vina Walzza (Impro Walzer, 2004-2006)
- FRANZ (Pop/Rock, 2013-2014)
- Sa.Ha.Ra (Arab World Jazz, seit 2009)
- Donaukrach (Pop/Rock/Funk, seit 2019)
- Palm&Stern (Wienerlied Duo, seit 2020)
- AfroArabiq Walzer Archestra (seit 2020)
- JazzDragons (seit 2023)
- Open Roads (seit 2023)
- Ibou Ba & Daradji Percussion (Senegal, Keyboards seit 2023)
Impro & interdisziplinäre Kunst
- Fiasko (Kabarett mit Franz Hütterer, 1982-2012)
- Tanz Projekt Wien (Tanztheater, 1992-1994)
- Wiener u.r.theater (Impro Theater, 2001-2011)
- TAG: Sport vor Ort (Impro Theater, 2012-2025)
- ArteMix (Finissagen zu Ausstellungen, seit 2018)
- Musicals für Kinder:
„Der himbeerrote Drache“ (2022)
„Das Müllmonster“ (2024)
Kompositionen
Harald Huber komponierte bislang über 400 Werke: Klaviermusik, Neue Kammermusik, Jazzstücke, Popsongs, Chorwerke, Musicalsongs für Kinder, … Seine musikalisch-künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen zwei Polen: experimentelle freie Improvisation und Zwölftontechnik auf der einen Seite – Jazz, Pop, Rock und Volks- und Weltmusik auf der anderen Seite. Seit 2010 erfolgte eine verstärkte Auseinandersetzung mit Musik des arabischen Raumes und der Antike. Thematisch kreisen die Werke häufig um Reiseeindrücke, Fluglinien, Wellness & Meditation, politisches Engagement, Liebe und Sex, persönliche und gesellschaftliche Stimmungen u.a.
Musikalische Zusammenarbeit mit
Dieter Kaufmann, Hans Werner Henze, John Zorn, Anthony Braxton, Lee Konitz, Abdullah Ibrahim (Dollar Brand), Don Cherry, Friedrich Gulda, Paul & Limpe Fuchs, Willi Resetarits, Christian Kolonovits, André Heller, Roland Neuwirth, Wolfgang Puschnig, Fritz Pauer, Ingrid Oberkanins, Andreas Schreiber, Patricia Simpson, Christina Zurbrügg, Franz Hautzinger, Habib Samandi, Andy Baum, John Sass, Maria Gstättner, Stefan Heckel, Harald Hanisch, Christian Mühlbacher, Christoph Cech, Edi Köhldörfer, Mary Broadcast, Bernhard Gander, Ruth Schneidewind, Jella Jost, Maria Düchler, Fritz Ozmec, Martin Kelner, Martin Auer, Peter Rosmanith, Gerhard Kero, Barbara Simon, Volker Wadauer, Gina Schwarz, Martin Fuss, Martina Claussen, Wolfram Wagner, Maria Bayer, Forough Karimi Djafar-Zadeh, Megumi Otsuka, Christian Maurer, Basma Jabr, Agnes Palmisano, Ibou Ba, Thomas Raber, Manon Liu Winter, Gerda Rippel, Viola Falb u.a.
Lyrik
Harald Huber vertont einerseits literarische Vorlagen (Gerhard Rühm, Franz Hütterer, Ingeborg Bachmann, Georg Bydlinski, Verena Winiwarther) und schreibt seit 2007 eigene Lyrik.
