Forschung




Populäre Musik spielt im Alltag so vieler (nicht nur junger) Menschen eine bedeutende Rolle, daher ist das Bedürfnis groß, ihre Funktionen und  Wirkungen zu reflektieren und zu verstehen.

Wissenschaftler_innen zahlreicher Fächer widmen sich ihrer Erforschung; am Diskurs beteiligt sind z.B. Soziologie, Medien- und Kulturwissenschaften, Musikwissenschaft, Ethnologie, Gender Studies, Kommunikationswissenschaft, Amerikanistik, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften u.v.m. Entsprechend groß sind die Methodenvielfalt und die diversen Erkenntnisinteressen. 
Am Institut für Popularmusik der mdw wird die wissenschaftliche Erforschung populärer Musik eigenständig und in interdisziplinären Kooperationen vorangetrieben. Zugleich stellen wir in der Lehre Angebote für verschiedene Studiengänge bereit, um eine große Breite an fachlichen Zugängen, Methoden und Ergebnissen kennenzulernen. Zukünftige Lehrer_innen an allgemeinbildenden Schulen oder Musikschulen, Künstler_innen und natürlich auch zukünftige Wissenschaftler_innen erhalten am ipop das Rüstzeug, um eigenständig recherchieren zu können, Quellen und Fachliteratur in ihrer Qualität bewerten zu können und den aktuellen Forschungsstand für ihre eigenen Projekte nutzbar zu machen.
Grundlegend ist dabei die Überzeugung, dass die wertende Trennung von sogenannter Unterhaltungs- und sogenannter Kunstmusik das musikalische Schaffen und beobachtbare Hörweisen keineswegs adäquat abbildet, sondern selbst Gegenstand kritischer Reflexion sein muss.
Dabei decken die drei festangestellten Forscher_innen folgende Schwerpunkte ab:

Prof. Dr. Ralf von Appen blickt als Musikwissenschaftler insbesondere auf das Klanggeschehen. Mit (teils neu entwickelten) Methoden analysiert er populäre Musiken aus Gegenwart und Vergangenheit auf ihre Strukturen, wobei der Fokus meist auf Aspekten liegt, die sich der Notation entziehen, z.B. der mikrorhythmischen Gestaltung oder Songformen. Daneben arbeitet er zu Fragen der Ästhetik, etwa zur Wertung und zum Kunstcharakter populärer Musiken oder zum schillernden Kriterium der “Authentizität”, sowie zu historischen Entwicklungen und verschiedenen Hörhaltungen.

Dr. in Magdalena Fürnkranz (Senior Scientist) beschäftigt sich mit Fragen von Performativität, Gender und Intersektionalität in populären Musikformen. Mit transdisziplinären Zugängen untersucht sie sowohl aktuelle als auch historische musikalische Praktiken, wobei ein Fokus auf österreichischen Musikszenen sowie Perspektiven der New Jazz Studies liegt. Daneben arbeitet sie zu Fragen kultureller Inszenierung und Identitätsbildung, etwa im Kontext von Aufführungspraktiken und populären Medienformaten. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Elternschaft und Musik, Popfeminismen im Zeitalter von #metoo und queer-feministischen Netzwerken.

Prof. Dr. Peter Tschmuck ist Wirtschaftswissenschaftler und einer der international führenden Forscher im Bereich Musikwirtschaft, Musikindustrie und Kulturpolitik. Aktuell forscht er insbesondere zur Streamingökonomie, dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Musikwirtschaft und zu aufstrebenden Musikmärkten (z.B. K-Pop-Industrie).

Ergänzt wird das Team durch Lehrbeauftragte, aktuell Dr. Eva Krisper, sowie die beiden Studienassistent_innen Melinda Franzke und Jonas Kastenhuber.

Zur Infrastruktur des Wissenschaftsbereichs zählen eine eigene Fachbibliothek sowie eine umfangreiche Sammlung an Tonträgern, darunter das Willie Gschwendner Archiv, die Sammlung des 2010 verstorbenen Jazz/Blues-Sammlers Willie Gschwendner mit über 12.000 LPs, CDs, DVDs und Büchern.